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Als Lincoln 1864 seine zweite Amtsperiode als 16. Präsident antritt, steht die junge Nation der Vereinigten Staaten durch den blutigen Bürgerkrieg vor der Zerreißprobe. Mit Mut und Entschlossenheit widmet sich der republikanische Politiker der fast unlösbaren Aufgabe, den Krieg zu beenden, Nord- und Südstaaten zu versöhnen und die Sklaverei abzuschaffen.

Lincoln: Kampf gegen die Sklaverei

Der Film Lincoln konzentriert sich auf die historischen Ereignisse rund um das politische Handeln des US-Präsidenten Abraham Lincoln (Daniel Day-Lewis; There Will Be Blood, Gangs of New York) in den wenigen Monaten vor dem Ende des Amerikanischen Bürgerkriegs. Das Land ist ausgeblutet und zermürbt vom schon seit vier Jahren tobenden Bürgerkrieg. Die Konföderierten Staaten sind so geschwächt, dass sie bereit sind, in Kapitulationsverhandlungen einzutreten. Der republikanische Präsident Abraham Lincoln, der gerade wiedergewählt worden ist, hat es sich zur Aufgabe gesetzt, die Sklaverei mit dem 13. Verfassungszusatz endgültig zu verbieten.

Der Senat hatte dem 13. Verfassungszusatz bereits im April 1864 zugestimmt. Für die endgültige Verabschiedung braucht Lincoln aber eine Zweidrittelmehrheit im Repräsentantenhaus. In dieser Kammer wie auch in seinem eigenen Kabinett stößt Lincoln dabei auf heftigen Widerstand. Demokratische Abgeordnete im Repräsentantenhaus, wie zum Beispiel Fernando Wood (Lee Paces; Der Hobbit - Smaugs Einöde, Breaking Dawn - Bis(s) zum Ende der Nacht), sind in erster Linie aus rassistischen Gründen gegen den Artikelzusatz gegen die Sklaverei. Lincolns Republikanische Parteigenossen wiederum wollen nur so schnell wie möglich den Krieg beenden, notfalls auch unter Beibehaltung der Sklaverei.

Lincoln und seine Helfer, der Außenminister William Henry Seward (David Strathairn; Good Night, and Good Luck, Das Bourne Ultimatum), der Anwalt und Unternehmer William Bilbo (James Spader; Boston Legal, Secretary) oder der radikale Republikaner Thaddeus Stevens (Tommy Lee Jones; Men in Black, No Country for Old Men), versuchen einerseits mit direkter und indirekter Bestechung demokratischer Abgeordneter, andererseits mit Drohung und dem Appell an die Ethik, die fehlenden Stimmen zusammenzubekommen. Ein unerhörter Kraftakt steht Lincoln bevor, um die entscheidenden Weichen für das Schicksal kommender Generationen zu stellen.

Der Film zeigt auch auf viele Aspekte des privaten Lincoln. So leidet die Ehe mit Mary Lincoln (Sally Field; The Amazing Spider-Man, Forrest Gump) unter der Arbeitsbelastung und dem Tode eines gemeinsamen Kindes. Zwischen Lincoln und seinem ältesten Sohn Robert Todd (Joseph Gordon-Levitt; The Dark Knight Rises, Looper) bricht ein Konflikt aus, da der Vater den Sohn nicht in den Krieg ziehen lassen will. Auch der jüngsten Sohn Tad (Gulliver McGrath; Dark Shadows, Hugo Cabret) leidet unter Mangel an Aufmerksamkeit.

Rechte: Twentieth Century Fox Film Corporation. All rights reserved.

Mit Lincoln gelingt Regisseur Steven Spielberg (Jurassic Park, Schindlers Liste) ein pathetisches, brillantes und sehr komplexes Portrait des US-Präsidenten Abraham Lincoln während seiner letzten und entschiedensten Monate. Der Film besticht durch historischen Detailreichtum und eine spannende Dramaturgie, was auch dem sehr guten Drehbuch von Tony Kushner (München, Engel in Amerika) zu verdanken ist.

Ein Oscar für die Lincoln-Darstellung von Daniel Day-Lewis

Daniel Day-Lewis (There Will Be Blood, Gangs of New York) verkörpert die Figur des Lincoln auf beeindruckende und sehr überzeugende Weise. Er zeigt sowohl sanfte wie humorvolle Seiten an Lincoln als auch seinen starken Willen und Durchsetzungsfähigkeit, die Sklaverei - egal um welchen Preis auch immer - dauerhaft abzuschaffen. Für diese brillante schauspielerische Leistung erhielt Day-Lewis 2013 zu Recht den Oscar als Bester Hauptdarsteller". Doch nicht nur Day-Lewis überzeugt durch eine starke Darstellung. Lincoln profitiert von seiner exzellenten Besetzung mit Darstellern wie Tommy Lee Jones (Men in Black, No Country for Old Men), David Strathairn (Good Night, and Good Luck, Das Bourne Ultimatum), James Spader (Boston Legal, Secretary), Lee Paces (Der Hobbit - Smaugs Einöde, Breaking Dawn - Bis(s) zum Ende der Nacht), Joseph Gordon-Levitt (The Dark Knight Rises, Looper)oder Sally Field (The Amazing Spider-Man, Forrest Gump).

Lincoln zeigt den rhetorischen Kampf um die grundlegende Frage nach der Gleichheit der Menschen mit genial geschliffenen Dialogen. Trotz der vielen Dialoge, die Lincoln den Charakter eines Kammerspiels verleiht, bleibt die Handlung spannend und fesselt den Zuschauer bis zum Ende. Die störrische Haltung der Sklaven-Befürworter peitscht den Zuschauer nahezu auf. Action- oder Bürgerkriegsszenen, wie in dem etwas schrägen Abraham Lincoln Vampirjäger oder Gettysburg sollte man aber nicht erwarten. Diese sind auch nicht Thema des Filmes, der vor allem durch intellektuelle und emotionale Anteilnahme an der Sklavenfrage überzeugt.

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